„Wir sehen die Dinge nicht, wie sie sind – wir sehen die Dinge, wie wir sind“

– übersetzt aus dem Talmud

Was nehmen wir wahr von der Wirklichkeit?
Unser Gehirn verarbeitet die Informationen, die die verschiedensten Sinneszellen im Körper als Reize empfangen, so dass wir eine überwältigend vielfältige Welt erfahren – in jedem Augenblick, in dem wir wach sind und sogar noch im Traum.
Wir nehmen nur ein gewisses Spektrum an Licht und Farben wahr – doch sind das nicht lediglich elektromagnetische Wellen?
Wir nehmen ein gewisses Spektrum an Schall und Tönen wahr – doch sind das nicht lediglich periodische Schwankungen des Luftdrucks?
Wir spüren Kälte und Wärme – doch sind das nicht nur Moleküle, die sich mit mehr oder minder großer mittlerer kinetischer Energie bewegen? …..
Unsere Wahrnehmung unterscheidet sich grundsätzlich von der, die beispielsweise Fledermäuse oder Spinnen haben.
Die eigene Wahrnehmung unterscheidet sich sogar deutlich von der eines anderen Menschen. So werden zwei, die Teil ein und derselben Situation waren, sie so beschreiben können, als handele es sich um zwei verschiedene.

Was nehmen wir wahr als unsere Wirklichkeit?
Wir meinen oft, unsere Wahrnehmung sei selbstverständlich die Einzige und gewiß auch die Richtige. Darin liegt nicht nur ein großes Konfliktpotenzial.
Wenn uns bewußt ist, dass unsere Wahrnehmung nicht absolut, sondern relativ und begrenzt ist, erweitert das nicht paradoxerweise die Möglichkeiten, unsere Sicht der Dinge zu verändern und dadurch neuen Handlungsspielraum zu gewinnen?
Rein physiologisch sind wir zwar auf gewisse Spektren in der Wahrnehmung begrenzt, dennoch kann ein und derselbe Sachverhalt aus einer anderen Perspektive betrachtet, in einem anderen Licht erscheinen. Was eben noch selbstverständlich und ganz normal war, kann plötzlich außergewöhnlich erstaunlich werden.
Für wen es ganz normal und selbstverständlich ist, das warmes wie kaltes Trinkwasser aus der Wand läuft, sobald der Hahn aufgedreht wird, wird feststellen, das das beispielsweise im weltweiten Vergleich eher außergewöhnlich ist.

Wie können wir also Einfluß nehmen darauf, wie wir wahr – nehmen?
Der Körper ist der Sensor.
Das Gehirn hat keine Empfindungen, Hier werden die Informationen verarbeitet, gespeichert und von hier werden Bewegungsabläufe gesteuert, die das motorische System des Körpers ermöglicht.
Das sensorische und das motorische System stehen in ständiger Wechselwirkung miteinander. Indem wir einzelne Parameter innherhalb dieses Informationsflusses verändern, verändern wir auch unsere Wahrnehmung.
Halten wir beispielsweise ein Auge geschlossen, schränken wir damit unsere Sicht ein. Wenn wir Druck im Brustkorb loslassen, können wir gelassener mit Situationen umgehen, die uns eben noch in atemlose Panik versetzt haben mögen.

Wenn wir die Art und Weise verändern, wie wir durch das Leben gehen, verändert sich die Art und Weise, wie wir unser Leben sehen.
Dafür können wir uns den bewußten Teil unserer Aufmerksamkeit zunutze machen:
die Aufmerksamkeit.
Erst wenn wir aufmerksam darauf werden, dass wir in gewissen Situationen immer Druck auf den Brustkorb ausüben, können wir diesen Parameter verändern und die Situation anders wahrnehmen.

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