Angst und Schreckreaktion

Die Schreckreaktion ist eine organismische Antwort auf Momente der Gefahr. Sie ist zum vorübergehenden Einsatz bestimmt: ist die Gefahr vorbei, kehrt der Organismus wieder in sein normales Pulsationsmuster zurück.Diese Reaktion kann jedoch zum Dauerzustand werden und bleibt als kontinuierliches Spannungsmuster.

Der Schreckreflex basiert auf der Fähigkeit des Organismus, Pulsation zum Stillstand kommen zu lassen und umfaßt:
– eine Veränderung in Muskulatur und Haltung,
– eine Veränderung in der Form des Zwerchfells,
– ein dicker oder dünner werden der Körperwand,
– ein Zunehmen der Abstände und Trennung zwischen den Beuteln, -> der menschliche Körper
– eine Veränderung der Beziehung des Körpers zur Schwerkraft, -> aufrechter Stand
– Veränderungen im Empfinden, Fühlen und Denken.

Der Schreckreflex ist bindet unsere Aufmerksamkeit an diesen fremden Reiz und zieht sie von unserer vergangenen Tätigkeit ab. Er de- und refokussiert unsere Aufmerksamkeit blitzschnell und schützt so den Organismus, indem er feststellt, was Innen oder Außen los ist.

Bedrohungen, Kränkungen und Schock unterscheiden sich in ihrer Bedeutung in bezug auf
– ihr zeitliches Auftreten: ob sie in der frühen oder späteren Entwicklung stattfanden
– ihre Häufigkeit: je nachdem, ob es wenige oder viele sind
– ihre Ursachen: ob sie von Außen kommen oder die Folge eines Ungleichgewichts zwischen innerer Erregnung und der Fähigkeit, diese Erregnung auszuhalten
– ihre Dauer: vorübergehende oder anhaltende Bedrohungen und
– ihre Schwere: ob es sich um eine milde, gemäßigte oder intensive Bedrohung handelt.

Sobald unsere Form verletzt wird, ändern sich die Erregungsströme und folglich die Formen, die wir annehmen. Der Schreckreflex umfaßt eine Reihe von wechselnden Haltungen:
Anfangs versteifen oder verfestigen wir uns, um einem Ansturm zu widerstehen oder in die Flucht zu schlagen, indem wir uns vergrößern- dann verdichten wir uns mehr und mehr, um unser Innerstes zu schützen, bis wir aufgeben. Unsere Körperhöhlen schwillen auf, um uns den Halt zu geben, den die Muskeln nicht länger bieten und schließlich geben wir nach oder sinken in uns ein und ziehen uns auf ein niedrigeres Funktionsniveau zurück. Damit verändern sich auch die Gefühle.
Das Kontinuum der Schreckreaktionen muß nicht der Reihe nach ablaufen, eine oder mehrere Schritte können übersprungen werden oder sind gar nicht mehr notwendig.

Die Pulsationswellen ändern sich, indem sie sie einfrieren, sie zu erhöhter Erregung bringen oder sie in ihrer Bewegung durch Verdickung oder kollabieren hemmen. Wir sind dann nicht mehr voll aufgerichtet, der innere Bewegungsfluß ist gestört. Schichten und Diaphragmen, Flüssigkeiten und Röhren werden alle in Mitleidenschaft gezogen, was Gefühle von Ärger, Angst, Depression, Abweisung und Wut erzeugen kann. Solange sie nur vorübergehend sind, normalisiert sich der Pulsationszyklus wieder; sind sie aber anhaltend oder sogar zunehmend, dann erstarrt oder verdichtet sich die Struktur, sie schwillt an oder fällt in sich zusammen.

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