Die Zelle und das Gewebe

Die Zelle ist eine komplexe Kugel: sie enthält alles, was ein vielzelliger Organismus enthält.
Sie hat eine erkennbare Struktur: die äußere Zellmembran, den inneren Kern, in dem die Chromosomen enthalten sind und die Energiequellen ATP, DNA und Mitrochondrien, zentrale spezifische Organe und ein Netzwerk von Röhren und Durchgängen für den Flüssigkeitsverlauf.

Die Zelle kommuniziert innerhalb und außerhalb ihrer Selbst. Die Expansion und Kontraktion ist die bewegende Kraft, die Substanzen in sie hinein, durch sie hindurch und aus ihr heraus befördert.
Die äußere Membran wird dicker und länger, aus einer Zelle entstehen andere – Getrenntsein ist Illusion. Ein Zellkreis wird zu einer Kolonie, einem Zellball, dann zu einer Zellorganisation, die sich weiter zu einer Röhre mit hohlen und kompakten Abteilungen ausdehnt. Tuben schwillen an und werden Beutel.
Aus dem Zellball wird eine Röhre mit wieder wenigstens drei Schichten: einer Innen-, einer Außenseite und eine mittlere Schicht, dabei dient die äußere Haut und Nervenschicht der Kommunikation, die mittlere Schicht der Muskeln und des Bindegewebes dient der Stützung und Fortbewegung und die innere Schicht der Organe und Eingeweide sorgt für Ernährung und Energie.

Das Außen bildet die Grenze und ist das soziale Selbst, das Innen ist die verborgene Vergangenheit und Gegenwart und die mittlere Schicht ist das willentliche Selbst, das zwischen Innen und Außen reguliert.Wie die Zelle sich ausdehnt und zusammenzieht, ist Ausdruck von Selbstbehauptung, wie sie Druck aufrechterhält, ist Ausdruck von Selbstwahrnehmung und wie sie nimmt und gibt, ist Ausdruck von Kommunikation.

Die Zelle erzeugt Innendruck, um äußeren Druck abwehren zu können. Dieses Druckkontinuum erschafft die eigene Identität. Im Austausch zwischen Außenwelt und Selbst kommt es zu einem komtinuierlichen Druckausgleich und einer sich stets verändernden Wandstärke der Zelle.
Sie muß empfindsam sein für den Druck, den Außenwelt oder sie selbst erzeugt, denn wenn der Druck zu stark ist, wird sie kompakt und dicht, ist der Druck zu schwach, schwillt sie von Innen her auf. Baut sich der Druck schrittweise von Innen nach Außen oder umgekehrt auf, verfestigen sich die Membranen. Ist der Druck auf die Außenwände nicht ausreichend, expandiert sie in ihre Umgebung. Sind die Membranen schwach, werden sie leck und können platzen. Kommt der Druck schnell und plötzlich, so werden die Membranen rigide und starr wie Stahl.

Das fortwährende Erkennen des Druckes und die Anpassung an ihn verhindert den Verlust ihrer Identität. Indem die Zelle fließend oder plötzlich ihre Anatomie ändert, ändert sich auch ihre Identität.
Wir werden durch die Verbundenheit all unserer Gewebeschichten zusammengehalten, wodurch ein Gewebebewußtsein entsteht: die Summe aller Empfindungen der Zellebenen in einem Muster aus Billionen Außenseiten und inneren Räumen, so daß individuelle Selbstwahrnehmung möglich wird, die stets eine dynamische Balance erfordert.

 

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